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Projekt

Für den diesjährigen Hamburger Architektur Sommer hat Studio Frugal Bauen gemeinsam mit Samuel Barckhausen und Gerrit Müller-Scheeßel den Informations-Pavillon entworfen und realisiert. Der temporäre Bau dient als zentrale Anlaufstelle, Treffpunkt und öffentlicher Ort des Austauschs. Er informiert über das Programm und lädt dazu ein, über die Zukunft des Bauens, Materialkreisläufe und die Verantwortung von Architektur im Umgang mit Ressourcen ins Gespräch zu kommen.

Das Entwurfsteam versteht den Pavillon nicht nur als funktionales Informationsgebäude, sondern als gebautes Experiment, mit dem erprobt wird, wie mit einfachen Mitteln, nachwachsenden Rohstoffen und präzisen handwerklichen Fügungen eine eigenständige architektonische Qualität entstehen kann. 

11. Hamburger Architektur Sommer (2026)

Der Pavillon ist Teil des 11. Hamburger Architektur Sommers, der Projekte, Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Diskussionsformate zur Baukultur in Hamburg zusammenbringt. Als Info-Pavillon bildet er einen offenen Anlaufpunkt innerhalb des Festivals und macht dessen Themen im Stadtraum sichtbar. Weitere Informationen zum Programm, zu Veranstaltungen und Öffnungszeiten finden sich auf der Website des Hamburger Architektur Sommers.

Entwurf und Konstruktion

Die Konstruktion besteht aus einzeln gefertigten Holzrahmen, die über Eichendübel miteinander verbunden sind. Diese Fügung macht die konstruktive Logik sichtbar und verweist auf ein Bauen, das lösbare, nachvollziehbare und möglichst sortenreine Details in den Mittelpunkt stellt. Der Pavillon zeigt seine Herstellung bewusst offen. Tragwerk, Material und Verbindung werden nicht verborgen, sondern Teil des architektonischen Ausdrucks. Die einfache und robuste Konstruktion ermöglicht zugleich Rückbau, Reparatur und Weiterverwendung.

Birkenrinde als Baustoff

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Material Birkenrinde. Diese wird im Pavillon nicht nur als Verkleidung oder Fassadenmaterial verstanden, sondern bildet einen eigenständigen Baustoff mit konstruktivem, atmosphärischem und kulturgeschichtlichem Potenzial. Neben der Gebäudehülle wurden so auch Pflanztröge aus Birkenrinde gefertigt. Historisch wurde das Material unter anderem zur Abdichtung von Dächern, im Bootsbau und als Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit eingesetzt. Der Entwurf greift dieses Wissen auf und übersetzt es in einen zeitgenössischen architektonischen Kontext. Damit macht der Pavillon ein Material sichtbar, das in der heutigen Baupraxis kaum noch eine Rolle spielt, obwohl es robust, nachwachsend und vielseitig einsetzbar ist.

Gemeinsames Bauen als Lernprozess

Auch der Entstehungsprozess wurde als wichtiger Teil des Projekts verstanden. Gebaut wurde der Pavillon gemeinsam mit einem Bauteam aus Studierenden und interessierten Handwerker:innen, die neue Materialien, Fügungen und Verarbeitungstechniken kennenlernen und praktisch erproben wollten. So wurde die Baustelle selbst zu einem Lernort und Wissen wurde nicht nur theoretisch vermittelt, sondern im gemeinsamen Arbeiten weitergegeben.

Materialität und Kreislauffähigkeit

Der Entwurf knüpft mit dem Projekt an eine Bauweise an, die nachwachsende, regionale und möglichst lokal verfügbare Baustoffe in den Mittelpunkt stellt. Der Pavillon zeigt, dass ressourcenschonende Architektur nicht allein durch technische Lösungen entsteht, sondern durch eine Haltung: durch Fragen nach Bedarf, Angemessenheit, Herkunft, Reparierbarkeit und Rückbaubarkeit. Biobasierte, regional verfügbare und kreislauffähige Baustoffe werden als Teil einer Baukultur verstanden, die vorhandenes Wissen ernst nimmt, handwerkliche Prozesse sichtbar macht und neue Anwendungen erprobt.

Die Konstruktion ermöglicht, dass Baustoffe schonend eingesetzt und nach der Nutzung weiterverwendet werden können. Sichtbare Holzrahmen, lösbare Verbindungen und der bewusste Umgang mit natürlichen Baustoffen machen den Pavillon zu einem Beispiel für eine Architektur, die auf Anpassungsfähigkeit, Rückbau und Weiterverwendung setzt.

Kontakt

Website: frugal-bauen.com

Instagram: @frugal.bauen

Mail: info@frugal-bauen.com

Studio Frugal Bauen:

Luis Neuber, B.Sc Architektur 

Naima Mora, Architektin 

Lasse Fehmerling, Tischlergeselle und B.Sc Architektur 

+ Samuel Barckhausen, Dipl.Ing. Architekt

+ Gerrit Müller-Scheeßel, M.Sc. Architektur 

Planung und Ausführung unterstützt durch: 

Michel Kesten, Tischlergeselle

Martin Barth, Tischlergeselle

Daniel Dieren, M.Sc Architektur

Bauzeit: April 2026 

Standzeit: April - September 2026 

Standort: Strandkai, Hamburg, Deutschland

Größe: 37m² 

Team Student*innen:

Linda Stegen

Alexander Ostrovskis

Emelie Mecklenburg

Sebastian Busse

Torben Brüning

Merle Bernstein

Bauherrschaft: Initiative Hamburger Architektur Sommer e.V.

Foto: Joshua Delissen